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Inland

EU-Workshop: Expertentagung zum Thema Öl

Cuxhaven - 15. -17.Oktober. Das THW ist mit seinen Fachgruppen zur Ölschadensbekämpfung ein wichtiges Werkzeug vor allem bei Großschadenslagen. Mit dem EU-Workshop „Heavy Oil – Recovery and Health Risks“, der in dieser Woche in Cuxhaven stattfindet, setzt das THW in diesem Jahr bereits den vierten sichtbaren Akzent in diesem Spezialgebiet.

Bei dem gemeinsam von Havariekommando und THW veranstalteten Workshop liegen die Schwerpunkte auf dem Erfahrungsaustausch bei der Ölschadenbekämpfung, der Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit sowie dem Vergleich von Bekämpfungsstrategien und des Geräteeinsatzes. Ein besonderer Fokus des von der Europäischen Kommission kofinanzierten Workshops liegt auf dem Gesundheitsschutz.

Den wohl herausragendsten Akzent in punkto Öl hatte das THW im September gemeinsam mit dem Havariekommando in Lübeck-Travemünde gesetzt. Mehr als 1.000 THW-Einsatzkräfte und weitere etwa 250 Kräfte anderer Organisationen trainierten zwischen dem 14. und dem 16. September an den Stränden Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns den Ernstfall nach einer Schiffshavarie.

Die THW-Bundesschule in Hoya war bereits im Mai Gastgeber des "Forum Öl- und Chemikalienabwehr". Auf der Tagesordnung dieser gemeinsamen Fachtagung der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) und dem THW stand der Schutz von Oberflächengewässern vor den Folgen von Ölverunreinigungen.

Zuvor hatte THW-Präsident Albrecht Broemme im April an der THW-Bundesschule in Hoya Spezialausrüstung zur Bekämpfung von Ölkatastrophen im Wert von rund 2,8 Millionen Euro an THW-Ortsverbände übergeben. Damit war der erste Schritt zum Aufbau der bundesweit 16 mal in unterschiedlicher Größe vorhandenen THW Fachgruppen zur Ölschadensbekämpfung abgeschlossen.

Hintergrund

Das THW verfügt mit der Fachgruppe Ölschadenbekämpfung über eine Spezialeinheit, die im Katastrophenfall schnell und effektiv sowohl an Küsten wie auch Binnengewässern gegen großflächige Ölverschmutzungen vorgehen und das Ausmaß von Katastrophen mindern kann.

Der Aufbau der bundesweit 16 Fachgruppen zur Ölschadensbekämpfung setzt erstmals eine vertragliche Vereinbarung zwischen den fünf an die Nord- und Ostseeküste angrenzenden Bundesländern und einer Bundesbehörde, dem THW, unter Mitwirkung des zum Geschäftsbereich des Bundesverkehrsministeriums gehörenden Havariekommandos, um. Inhalt ist die gemeinsame Aufstellung von Einsatzkräften, deren Ausstattung und Ausbildung, um die vorhandenen Ressourcen zum Schutz der Umwelt, der Infrastrukturen, der Arbeitsplätze im Fremdenverkehr der Küstenregionen und der Milderung möglichen Folgen aus neuen Bedrohungslagen zu bündeln und im Katastrophenfall einen konzertierten Beitrag zu leisten.

Mit der stetigen Zunahme des Schiffsverkehrs auf den Weltmeeren steigt auch die Wahrscheinlichkeit von Unfällen, die verheerende Umweltkatastrophen nach sich ziehen können. Allein in den ersten zwei Monaten dieses Jahres sorgten Meldungen von einem havarierten Öltanker vor der finnischen Küste, 170 Tonnen Öl an der spanischen Küste oder von einer drohenden Ölpest im Ärmelkanal und einem zerbrochenen Öltanker vor der norwegischen Küste für Schlagzeilen. Nach der Kollision eines Tankers mit einem Frachter am Zusammenfluss von Mittelland- und Dortmund-Ems-Kanal am Ostersamstag waren drei THW-Ortsverbände im Einsatz, um eine Umweltkatastrophe durch auslaufendes Öl zu verhindern.

Der Schiffsverkehr vor der deutschen Küste nimmt mit dem Ausbau der Häfen an der Ostseeküste in Richtung Osten nimmt ständig zu. Vor allem die ohnehin schon dicht befahrene Kadettrinne birgt die Gefahr von Schiffshavarien. Aber auch die Häfen selbst sind vor Unglücken nicht sicher. Im Hafen von Bützfleth bei Cuxhaven etwa trat Anfang März Schweröl aus einem Frachter aus und bedrohte ein Naturschutzgebiet.

15.10.2007

Fotos

Teilnehmer des EU-Workshop „Heavy Oil – Recovery and Health Risks“ in Cuxhaven.
Teilnehmer des EU-Workshop „Heavy Oil – Recovery and Health Risks“ in Cuxhaven.
(Foto: THW / Thomas Janke)



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